SARS-COV-2 und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Wie wirkt sich eine SARS-COV-2 Infektion auf die Symptome und die Therapie von Morbus Crohn und Colitis aus? – Bericht über eine Studie.

Im Juli 2021 wurde von Thieme eine Studie publiziert, die sich die Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion auf die Symptome und die Therapie von CED vornahm.

Eine Bewertung ist nach wie vor nicht leicht, denn das für diese Untersuchung eingerichtete nationale Register erfasste sehr wenig Daten: nur 1,7% von 10.800 an CED erkrankten Personen. Es wurden die Daten von 185 Personen ausgewertet.

Dennoch konnte diese Studie ein paar wesentliche Eckpunkte aufzeigen.

Etwa 45 Prozent der Patient*innen entwickelten im Covid-19-Verlauf Durchfall und abdominelle Schmerzen oder Hämotochezie.

Bei einer aktiven chronisch-entzündlichen Erkrankung bestand ein erhöhtes Risiko für einen Krankenhausaufenthalt: während in der Remission 11,2% der Menschen hospitalisiert werden mussten, waren es in der aktiven Phase 23.3%.

Bei ca. 70% der Personen blieb die CED-spezifische Therapie – in der Regel mit Immunsuppressiva – gleich. Bei 16,2% wurde die systemische Therapie unterbrochen.

Viele Patient*innen hatten zu Beginn der Pandemie die Sorge, dass ihre immunsuppressive Medikation Grund für ein erhöhtes Risiko der Erkrankung sein könnte. Darum wurde doch wohl häufiger auch die Medikation in Eigenregie unterbrochen. Durch die Forschung des internationalen Registers konnte allerdings belegt werden dass

  • Die allermeisten Infektionen bei CED Patient*innen harmlos verlaufen
  • Die meisten immunsuppressiven Medikamente und insbesondere Biologika keinen negativen Einfluss auf den COVID-19 Schweregrad haben
  • Steigendes Alter und internistische Komorbiditäten (Alkoholabusus, Rauchen, Adipositas) wesentliche prognoseverschlechternde Faktoren von COVID-19 bei CED Patient*innen sind.

Bei etwa einem Drittel der mit COVID-19 infizierten Menschen konnte das SARS-Cov-2 Virus im Stuhl nachgewiesen werden.

Was die immunsuppressive Medikation angeht, so war nur die Monotherapie mit 5-Aminosicylaten (Mesalazin oder Sulfasalazin) mit einem erhöhten Hospitalisierungsrisiko verbunden, wobei hier auch die Hälfte der Menschen zusätzliche Nebenerkrankungen hatten, älter waren und keine (oder eine geringe) CED Aktivität aufwiesen.

Doch im Grundsatz ergab sich, je aktiver die Erkrankung, desto eher bestand die Notwendigkeit des Krankenhausaufenthaltes.

Im Laufe einer COVID-19 Erkrankung entwickelten 43,5 Prozent der Patient*innen mit CED vermehrte Gastro-intestinale Symptome. Diese Rate ist doppelt so hoch wie bei Patient*innen ohne Grunderkrankung.
Von daher kann bei Patient*innen mit CED und neu aufgetretenen Problemen durchaus in Betracht gezogen werden, dass eine Infektion mit COVID-19 vorliegt. Gegebenenfalls ist dies zu untersuchen.

Zusammenfassend:

„…gibt unsere Studie Hinweise, dass eine hohe CED-Aktivität mit einem erhöhten Hospitalisierungsrisiko bei SARS-CoV-2-Infektion assoziiert ist und dass fast jeder zweite
CED-Patient während COVID-19 abdominelle Symptome entwickelt. Die therapeutische Konsequenz bestand aber vorwiegend in einer Weiterführung oder passageren Pause der vorbestehenden CED-Therapie.“

Für die naturheilkundliche Praxis:

Kommen nun Ihre Patient*innen mit Morbus Crohn oder Colitis mit erneutem Schub in die Praxis, empfehle ich Ihnen, diese zwecks Untersuchung an den zuständigen Gastroenterologen zu überweisen.

Sicher ist sicher.

Die Studie finden Sie hier:

https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1508-6734

Die gesamte Untersuchung ist kostenfrei einzusehen auf der Website der Gastropraxis Mexikoplatz in Berlin.

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